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Macht

Eine Frage des Einflusses

Im letzten Post ging es um Multiperspektivität.


Aber wer kennt das nicht: Man schildert eine schwierige Situation – und bekommt innerhalb weniger Minuten fünf gut gemeinte Ratschläge.


Was wäre, wenn die anderen zunächst gar nicht versuchen würden, das Problem zu lösen?


Eine Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven auf andere Weise nutzbar zu machen, ist die Arbeit mit einer Resonanzgruppe.


Zunächst schildert eine Person – die Fallgeberin oder der Fallgeber – ihr Anliegen. Gemeinsam wird geklärt, welche Frage sie in der kommenden halben Stunde bearbeiten möchte.


Steht die Frage, tritt die Person aus dem Kreis zurück, um in Ruhe zuhören zu können, ohne reagieren zu müssen.


Dann teilen die anderen ihre Resonanzen.


Nicht, um das Problem zu lösen oder möglichst schnell einen Rat zu geben. Sondern um zur Verfügung zu stellen, was das Gehörte bei ihnen ausgelöst hat.


Sie sprechen aus der Ich-Perspektive, zum Beispiel darüber:


🚩 Was ist mir aufgefallen?

🚩 Was hat mich berührt oder irritiert?

🚩 Welche Gedanken, Bilder oder Assoziationen sind entstanden?


Vielleicht erinnert mich die Situation auch an eine eigene Erfahrung. Dann kann ich davon erzählen – aus meiner Perspektive.


Nicht: „An deiner Stelle würde ich …“


Sondern: „Ich kenne eine ähnliche Situation. Bei mir war damals …“


Die Resonanzen werden nebeneinandergestellt. Ohne Diskussion, Bewertung oder den Versuch, daraus eine gemeinsame Lösung zu machen.


Die Person mit dem Anliegen hört zu, macht sich Notizen oder lässt die Resonanzen einfach wirken. Sie muss sich nicht erklären oder rechtfertigen.


Und sie entscheidet selbst, was davon für sie hilfreich ist.


Zum Abschluss kehrt sie in den Kreis zurück und gibt ihrerseits Resonanz auf das Gehörte.


Hier wird Multiperspektivität interessant.


Denn unterschiedliche Wahrnehmungen können mehr sichtbar machen als zusätzliche Möglichkeiten, mit einem Problem umzugehen.


Vielleicht wird jemandem bewusst, welche Erwartungen er oder sie an sich selbst stellt.


Oder welche Rolle die Person sich und anderen in der Situation ganz selbstverständlich zuschreibt.


Manchmal verändert sich nicht nur der Blick auf den Inhalt eines Problems.


Sondern auch etwas an der Struktur, aus der heraus jemand die Situation versteht.


Das lässt sich nicht erzwingen. Aber ein sorgfältig gestalteter Resonanzraum kann Entwicklungsimpulse ermöglichen – gerade weil niemand vorgibt, welche Erkenntnis am Ende stehen soll.


Für mich ist das eine besonders interessante Form professioneller Begleitung:


Eigene Wahrnehmungen zur Verfügung stellen, ohne die Deutungshoheit über das Anliegen eines anderen zu übernehmen.


Auch das ist ein bewusster Umgang mit Einfluss.


Eine Frage zum Weiterdenken:


Wann hat Ihnen zuletzt die Wahrnehmung eines anderen Menschen geholfen, nicht nur eine neue Lösung zu sehen, sondern Ihre eigene Sicht auf eine Situation zu hinterfragen?


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Dieser Beitrag ist Teil 5 meiner Reihe „Führung und Entwicklung – Prinzipien, die im Alltag wirksam werden“. Darin beschäftige ich mich mit der Frage, wie innere Entwicklung, professionelle Haltung und konkretes Handeln zusammenwirken.


Die Beiträge erscheinen auch auf meiner Website: www.bettina-hansen.de


In meinem Seminar arbeiten wir an jedem Nachmittag mit Resonanzformaten:


Präsenz · Führung · Wirkung

Ein Kurs für Menschen, die Menschen begleiten – in Führung, Medizin, Therapie oder Beratung.


2 × 3,5 Tage am Benediktushof, Januar und April 2027.


Frühbucherpreis bis 26. Oktober 2026: 750 € zzgl. MwSt. für beide Seminarblöcke, zuzüglich Unterkunft und Verpflegung.


Anmeldung über: info@bettina-hansen.de


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Dr. Bettina Kathrin Hansen

70195 Stuttgart

Mobil: 00 49 / 170 28 44 832

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